Sondermatte

Sondermatten (auch Listen- oder Zeichnungsmatten) sind individuell für Bauvorhaben oder Fertigteilwerke hergestellte Betonstahlmatten. Die Konstruktion erfolgt im Ingenieurbüro entsprechend den statischen und räumlichen Erfordernissen.
Die as-Werte, sowie Länge und Breite der Matte können weitestgehend frei gewählt werden.
Unterschieden werden diese Matten in:

  • 1-achs-Matten – mit statisch wirksamen Längsstäben, die Querstäbe dienen nur als Montagestäbe.
  • 2-achs-Matten – mit statisch wirksamen Längs- und Querstäben.
  • Feldspar-Matten (FEMA) besitzen in definierten Bereichen Längsstab-Zulagen

Anwendungsgebiete für Sondermatten:

Sondermatten werden auf Bestellung gefertigt – Lieferzeit ca. 10 – 14 Arbeitstage – und direkt vom Werk an das Bauvorhaben bzw. Fertigteilwerk ausgeliefert. Bei der Konstruktion von Sondermatten, bzw. der Bewehrungskonzeption unterstützen Sie unsere Ansprechpartner gerne.

Die wesentlichen Vorteile der Sondermatte:

  • bauteilgerechte Anpassung, Längen und Breiten nach Maß,
    Mattenlängen bis 14,00 m, Mattenbreiten ab 1,00m
    bis 3,35 m (Schweißbreite 3,30 m)
  • keine zusätzlichen Schneidekosten auf der Baustelle
  • kein Verschnitt
  • genaue Anpassung an den geforderten Stahlquerschnitt durch variablen Einsatz der Stabdurchmesser (von 4,0 bis 16,0 mm, Doppelstäbe bis 12,0 mm)
  • kein unnötiger Materialverbrauch im Stoßbereich
  • kein Verlust an statischer Höhe (Ein-Ebenenstoß), Überdeckungsstöße werden möglichst vermieden
  • Herabsetzung der Verlegezeit durch Längs- und Querbewehrung auf einer Matte
mattenanfang

Durch werks- bzw. bauseitiges Wenden ist ein Verlegen der Matten mit vertauschter Stablage (Querstäbe unten, Längsstäbe oben) möglich. ACHTUNG bei der Festlegung der Überstände !!

L

Mattenlänge bis 12,00 m

B

Mattenbreite bis 3,10 m

b S

Schweißbreite bis 3,00 m

a L

Längsstababstände ab

50er-Raster rasterlos

a Q

Querstababstände ≥ 25mm stufenlos,

d s1

Längsstab-Ø im Innenbereich,
wählbar nach Verschweißbarkeit

d s2

Längsstab-Ø im Randbereich ds1
±2mm und Verschweißbarkeit

n li/re

Anzahl der Längsrandstäbe
am linken / rechten Rand

d s3

Querstab-Ø wählbar nach Verschweißbarkeit

ü 1

Überstand am Anfang ≤ Ø x 100mm

ü 2

Überstand am Ende ≤ Ø x 100mm

ü 3

Überstand Links ≥ 10 bis 800mm (ab DM 8,0mm)

ü 4

Überstand Rechts ≥ 10 bis 800mm (ab DM 8,0mm)

A k

Abstand der kurzen Stäbe vom Mattenanfang

L K

Länge der kurzen Stäbe
”1”-Länge frei wählbar,
wenn Lk ≥ ü1 + 1700mm und Ak=0
”2”-versetzte Anordnung nur bei
gleich langen kurzen Stäben,
wobei Lk + Ak = L

Bei Stahlbeton-Flächentragwerken stehen mehrere Bewehrungsmöglichkeiten zur Auswahl

– Betonstabstahl – Lagermatten – Sondermatten –

Nur bei Betonstabstahl ist eine Bewehrungsführung mit nur einem Produkt möglich,
bei allen anderen Produkten kommt meist ein Bewehrungsmix zum Einsatz.
Betonstabstahl
Durch das Verlegen von Einzelstäben mit festen Durchmessern und variablen
Abständen bietet dieses Produkt die anpassungsfähigste Möglichkeit ein
Stahlbetonbauteil zu bewehren. Dieser Vorteil wird allerdings durch einen äußerst
zeitaufwändigen Bewehrungseinbau erkauft – sehr viele Einzelstäbe müssen
ausgerichtet und angerödelt werden, dazu kommt noch die Labilität der Bewehrung
während der Einbauphase, besonders bei der oberen Lage. Die Qualität der
Bewehrungsführung hängt zudem sehr von der Zuverlässigkeit der Verleger ab.
Lagermatten
Dieses standardisierte Bewehrungsprodukt ist zeitnah verfügbar, bei AQ-Matten in 10
Querschnitts-Typen nur mit einer Länge + Breite erhältlich.
D.h. die Bewehrung ist teilweise überdimensioniert oder es muss in erforderlichen Bereichen Betonstabstahl zugelegt werden. Bedingt durch die vorgegebene Bauteilgröße muss ein Teil dieser Lagermatten bauseits angepasst werden, zudem können Verschnitte anfallen, die nicht weiter verwendet werden können.
Ein nicht zu unterschätzender Nachteil ist zudem die Lagenanhäufung im Übergreifungsbereich. Hier liegen bei Lagermatten im ungünstigsten Fall 3 Lagen = 6 Stäbe übereinander, das sind bei einer AQ82 (6 x 8,2) 49,2 mm.

  • – ! Wie sieht es mit der Einhaltung der „Statische Höhe“ bzw. der „Betondeckung“ aus — z.B. bei Decken mit unterer Fertigteil-Lage und Gitterträgern !?!
  • – ! Wie soll die Lagesicherung der oberen Bewehrungslage gewährleistet werden, wenn bereits die Höhe der unteren Bewehrung auf Grund der Lagenanhäufung wellenförmig variiert – und wenn dann noch kreuzweise Betonstabstahl-Zulagen dazu kommen . . .

Sondermatten
Diese individuell für Bauvorhaben angefertigten Flächenbewehrungen benötigen
zwar einen etwas längeren Vorlauf und eine intensivere Planung des Statikbüros,
bieten aber dafür eine effektive und statisch einwandfreie Lösung.

Je nach Anforderung kann die Fläche mit 1-achs oder mit 2-achs-Matten verlegt werden.

  • 1-achs-Matten sind Matten mit Tragstäben in Längsrichtung, diese sind mit Montagestäben in großem Abstand verbunden – freie Übergreifungslängen am Anfang und Ende jeder Matte, zwei Mattenlagen werden kreuzweise übereinander verlegt, Montagestäbe sind in der gleichen Ebene wie die erste Lage und tragen nicht auf.
  • 2-achs-Matten sind Matten mit Tragstäben längs und quer, freie Übergreifungslängen jeweils am Ende und an einer Längsseite der Matte.
    Die Übergreifungsstöße sind immer als Ein-Ebenen-Stoß ausgeführt und tragen nicht auf.
    Der Querschnitt ist auf die statischen Erfordernisse anpassbar. Sollte trotzdem eine Betonstabstahl-Zulage bei vereinzelt auftretenden Bewehrungsspitzen erforderlich sein, so kann diese z. B. bei 1-achs-Matten gleich auf die erste Lage der Bewehrung zugelegt werden, sie trägt nicht auf, da sie in der gleichen Lage wie die Tragstäbe der Matte liegt.
  • Es sind weniger Matten zu verlegen, es gibt keinen Verschnitt und die Bewehrungsführung liegt dort, wo sie vom Statikbüro rechnerisch vorgesehen wurde.

Bewehrungsvergleich1
Bewehrungsvergleich2
Bewehrungsvergleich3